Viele von Ihnen werden nie in eine gewalttätige Situation kommen, dennoch ist es sinnvoll sich für den Ausnahmefall auf solche Situationen gedanklich vorzubereiten. Wir haben kein Patentrezept zur Bewältigung von Aggression, aber wir können Ihnen Hinweise und Empfehlungen zu Deeskalation und waffenloser Konfliktvermeidung bzw. -bewältigung geben.
Verhaltenstipps bei Aggression und Gewalt
Gefahr erkannt und gebannt
Genau so, wie Sie im Straßenverkehr durch vorausschauendes Verhalten Gefahren rechtzeitig erkennen und vermeiden können, ist es möglich, frühzeitig Situationen, die zu Aggression oder Gewalt führen könnten, aus dem Weg zu gehen.
Vertrauen Sie Ihrem Gefühl
Gefühle sind häufig ein „Gefahrenradar“. Menschen bemerken meist instinktiv, dass sich eine bedrohliche Situation anbahnt. Angst ist ein wichtiges Gefühl! Verdrängen Sie dieses Gefühl nicht. Im Umkehrschluss ist es jedoch nicht nötig, ständig in Angst zu leben, da Gewalt individuell nur sehr selten vorkommt. Übertriebene Furcht verhindert das Erkennen tatsächlicher Gefahren!
Frühzeitig der Gefahr ausweichen
Je früher Sie eine mögliche Gefahr erkennen, umso größer ist Ihre Chance, diese abzuwenden. Gehen Sie Menschen, die auf Sie gefährlich wirken, bewusst aus dem Weg. Begeben Sie sich in Gefahrensituationen möglichst in die Nähe anderer Menschen. Wählen Sie bei Dunkelheit bevorzugt gut beleuchtete und belebte Wege.
Unerwartetes tun
Täter erwarten von Ihrem Opfer meist ein bestimmtes Verhalten. Treten Sie selbstbewusst auf und zeigen Sie keine Angst. Wenn Sie angepöbelt werden, setzen Sie keine Gegenreaktion (schimpfen, stoßen, Blickkontakt, ...) sondern gehen Sie ohne anzuhalten einfach weiter. Verblüffen Sie Täter mit überraschenden Aktionen. Täuschen Sie z.B. Telefonate mit dem Handy vor. Simulieren Sie Krankheiten, Übelkeit oder fangen Sie laut an zu singen, um dadurch die Täter aus dem Konzept zu bringen.
Grenzen setzen
Weisen Sie klar und unmissverständlich darauf hin, dass Sie bestimmte Dinge, wie z.B. zu dichtes Herankommen oder Anfassen, nicht wollen. Reden Sie die betreffende Person mit „Sie“ an, damit Außenstehende erkennen, dass Sie von einem Fremden belästigt oder bedroht werden.
Aufmerksamkeit wecken
Straftaten werden meist dort begangen, wo sich der Täter unentdeckt fühlt und er keine Strafverfolgung und kein Entdeckungsrisiko fürchten müssen. Beziehen Sie andere Menschen (z.B. andere Fahrgäste in der U-Bahn, Fußgänger) mit ein. Schreien Sie laut und machen Sie auf Ihre Lage aufmerksam. Andere Menschen müssen mobilisiert werden. Sprechen Sie Personen direkt an. Sagen Sie konkret, von wem Sie welche Hilfe erwarten, z.B.: „Sie mit der roten Jacke, rufen Sie die Polizei!“
Viele sind bereit zu helfen.
Entziehen Sie sich dem Täter und der Situation
Nutzen Sie so schnell wie möglich jede Chance zur Flucht. Flüchten Sie dahin, wo viele Menschen sind (Lokale, Fußgängerzonen, ...).
Bewaffneter Raubüberfall
Sollten Sie in die unwahrscheinliche Lage geraten, in einen bewaffneten Raubüberfall verwickelt zu werden, ist
das einzig Richtige, den
Forderungen des/der Täter/s nachzugeben.
Ihr Leben ist wichtiger als alle Wertsachen.
Waffen bedeuten immer eine
absolute Gefahr für Ihr Leben!
Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln
Am sichersten ist es immer in der Nähe anderer Menschen sind.
Daher ist es ratsam, besonders abends und nachts, einen U-Bahn-Waggon zu wählen, in dem sich bereits mehrere andere Personen befinden.
Bei leeren Zügen können Sie den ersten Waggon wählen, da Ihnen der Fahrer so am schnellsten zur Hilfe kommen kann.
In Bussen ist der sicherste Platz in der Nähe des Fahrers.
Scheuen Sie sich nicht, in einer riskanten Situation die Notbremse zu ziehen. Der Zug (U- und S-Bahn) hält dann im nächsten Bahnhof an und fährt erst weiter, wenn der Zugführer die Notbremse wieder sichert.
In vielen Fällen schreckt dies die Täter ab.
Verhaltenstipps bei Hilfestellung
Jeder kann Hilfe leisten! ABER: Helfen Sie, ohne sich selbst zu gefährden!
Wenn Sie in Gefahrensituationen helfen, ist es wichtig, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen.
Dabei haben sich folgende Punkte als wirkungsvoll und sicher erwiesen:
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Alarmieren Sie sofort die Polizei. Der Notruf ist kostenfrei
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Sprechen Sie andere Menschen direkt an: „Wir helfen jetzt gemeinsam“
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Verlassen Sie ggf. mit dem Opfer den Ort
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Bieten Sie dem Opfer „sichere Orte“ (den Platz neben Ihnen, Ihr Auto, Ihre Geschäftsräume usw.) an
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Schreien Sie laut, das verunsichert Täter und erregt Aufmerksamkeit
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Rufen Sie aus sicherer Entfernung laut in Richtung Täter: „Ich habe die Polizei gerufen!“
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In öffentlichen Verkehrsmitteln: Ziehen Sie die Notbremse oder informieren Sie das Fahrpersonal
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Merken Sie sich das Aussehen des Täters
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Stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung
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Halten Sie flüchtende Täter unter keinen Umständen auf
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Greifen Sie den Täter unter keinen Umständen körperlich oder verbal an
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Halten Sie Abstand